Blick in die Geschichte

I. Zeit der Gründung

Schild Werkheim für Arbeitswillige
1879
Gründung des „Vereins gegen Hausbettelei“ durch Pastor Höpfner; Einrichtung einer Wanderarbeitsstätte an der Humboldtstraße.
1909
Gründung des Vereins „Hannoverscher Asylverein für Obdachlose“ durch den Fabrikanten Otto Rheinhold.  Abschluss eines Erbbauvertrages mit der Stadt Hannover über das Grundstück Büttnerstraße 12 (heute    Büttnerstraße  9).
1910
Zusammenführung beider Vereine zum „Verein gegen Hausbettelei und Obdachlosigkeit e. V.“
1911
Eröffnung des „Werkheim für Arbeitswillige“ in der Büttnerstraße
1914
Verpflichtung durch den Magistrat, die der Kommune auferlegten Aufgaben nach dem Wanderarbeitsstättengesetz zu übernehmen. Während der Kriegsjahre erfüllt das Werkheim verschiedene andere Aufgaben; u. a. wird hier für längere Zeit eine Scheinwerferkompanie untergebracht

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II. Nach dem Ersten Weltkrieg

Schild Herbergsverein
Massive Wohnungsnot in Hannover wegen vieler Kriegsheimkehrer, Flüchtlinge und vermehrter Familiengründungen.
Zwischen 1921 und 1923 steigt die Zahl der Obdachlosen von 7.768 auf 28.727 Personen. Weltwirtschaftskrise und Inflation steigern die Not. Auf Bitten der Flüchtlingsfürsorge der Stadt hilft der Verein mit Räumlichkeiten und Vollversorgung aus.
1923/24
Auf Bitten des städtischen Wohnungsamtes beginnt der Verein mit der Beschäftigung von Hilfesuchenden. Täglich bis zu 50 Personen werden zugewiesen und mit unterschiedlichen Arbeiten im Werkheim beschäftigt. Sie sind aber nicht im Heim untergebracht.
1925
Wegen anhaltender Wohnungsnot erweitert der Verein auf Drängen der Stadt seine Aufnahmekapazität von 120 auf 240 Plätze. Zeitweise werden in gesonderten Räumen Jugendliche untergebracht.
1926
Nach einem Neubau verfügt der Verein über 250 Plätze.
1930-32
Trotz weiterer baulicher Ausdehnung kann der Verein die ihm wegen der allgemeinen Notlage zugewiesenen Aufgaben kaum bewältigen. Von der Winterhilfe eingerichtete Notstandsküchen werden täglich über den Bedarf des Werkheims hinaus mit 100 Portionen Mittagessen beliefert.
1933
Als der Vorstand staatlicherseits zur Aufnahme des sog. Arierparagraphen in die Satzung des Werkheim e.V. genötigt wird, treten seine Mitglieder am 13. November 1933 geschlossen von ihrem Ehrenamt zurück.
Ein neuer Vorstand unter Vorsitz von Pastor Dr. Depuhl nimmt seine Arbeit auf.
1939-45
Während des Krieges erfüllt das Werkheim verschiedene Aufgaben, z.B. die Unterbringung von ausgebombten Hannoveranern, Umsiedlern und Flüchtlingen.
Bis zum Ende des Krieges werden die Gebäude durch Bomben weitgehend zerstört.
1941
Auf staatliche Anordnung erhält der Verein die Bezeichnung „Fürsorgeverein für Nichtsesshafte“.

III. Nach dem Zweiten Weltkrieg

1945
Zunächst dienen die notdürftig reparierten noch brauchbaren Häuser als Wohnungen für Ausgebombte, Flüchtlinge und Vertriebene.
1947
Dr. Depuhl ergreift mit einem Schreiben an die bisherigen Mitglieder die Initiative zur Neubelebung des Vereins.
1950-61
Nach und nach werden zerstörte Gebäude wieder hergestellt.
1954
Der Verein errichtet ein großes Werkstattgebäude zur Fertigung von Bündelholz und zum Sortieren von Altpapier. Dort werden Bewohner des Werkheimes und sog. Pflichtarbeiter beschäftigt, die über das Arbeitsamt und das Sozialamt zugewiesen werden.
1961
Im Zuge der beginnenden Neuorganisation werden erste Abteilungen für Aufnahme und Übernachtung mit 76 Plätzen geschaffen.
1963
Mit Beschluss vom 20. Dezember 1963 wird der Name des Vereins in „Werkheim e.V.“ geändert.
1963-65
Bau eines Arbeitnehmerwohnheimes mit 85 Plätzen in der Flensburger Straße.
1973-74
Bau des Männerwohnheimes Schleswiger Straße mit 92 Einzelzimmern, Speiseräumen, Büros und zentraler Heizanlage. Dazu eine Großküche mit Vorrats- und Tiefkühlräumen sowie verschiedene andere Versorgungseinrichtungen.
1975
Bau eines Werkstattgebäudes, worin auch die Verwaltung untergebracht wird. Umbau und Erweiterung der Aufnahmeabteilung. Weiterhin werden 76 Plätze vorgehalten. Aufnahmen sind ganzjährig 24 Stunden täglich möglich.
1978
Aufstockung des Mittelgebäudes zur Schaffung kleinerer Wohnungseinheiten.
1978-79
Abriss alter Hofgebäude und Bau einer Krankenstation für „häusliche Pflege“.
1994
Schließung der Krankenstation auf Veranlassung der Kostenträger, da die Pflegesätze nicht finanzierbar seien.
1996
Bezug des neu errichteten Mietwohnhauses an der Schleswiger Straße 38. Dieser soziale Wohnungsbau umfasst 15 Wohneinheiten für Alleinstehende, Paare und Familien. 5 Wohnungen sind behindertengerecht gestaltet. Die Belegung erfolgt im Zusammenwirken mit dem Amt für Wohnungswesen in Hannover.
2001
Im Zuge von Sparmaßnahmen der Stadt Hannover wird der Bereich Aufnahme für Obdachlose (15 Plätze) geschlossen.
seit 2009
Die Einrichtung Werkheim verfügt über 214 vollstationäre Plätze in Einzelzimmern:
  • 164Plätze stationäre Hilfe (§ 67 ff SGB XII)
  • 50 Plätze heimbetreuungsbedürftige Männer (§§ 19, 27b SGB XII).
seit 2013
Präventionsprojekt RoSe in Ronnenberg und Seelze. Wesentlicher Bestandteil der Hilfen ist die Vermeidung von Wohnungslosigkeit.
seit 2016
Umstellung der Finanzierung RoSe auf Fachleistungsstunden.
seit 2017
Umzug Rose in neue Büroräume in Ronnenberg.
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